H2Opi

Hannes Seebacher

Thema der Installation

Die „black mesas“ sind frei übersetzt die „schwarzen Tafelberge“ auf dem Colorado Plateau in Arizona. Diese karge sensible Landschaft wurde vor langer Zeit von den Hopi und den Navajo Indianern besiedelt und bewirtschaftet. Trotz äußerst geringer Niederschlagsmengen schaffte es diese Kultur durch ihren Glauben und somit tiefster Naturverbundenheit von dieser und vor allem, in dieser Landschaft zu leben…

 

Der tägliche Umgang mit dem Wasser war zentrales Thema in der Erziehung der Kinder;der Gang zur Quelle eine heilige Handlung. Fließendes Wasser aus dem Hahn, so argumentierten Sie, lasse jegliches Gefühl für das Wasser verkümmern, täusche einen unerschöpflichen Vorrat vor, lade nahezu ein zu gedankenlosen Verbrauch, sei eine Entweihung des heiligen Gutes!

Doch Wohlstand und Fortschritt in diesem Industriestaat brachte den Abbau des an der Oberfläche befindlichen Kohleflöz mit sich, führte so zu drastischen Veränderungen der zyklischen Abläufe in dieser Natur und löste einen Dominoeffekt aus, der in dieser komplexen Verkettung der Lebensumstände der weißen Bevölkerung in absehbarer Zeit unumkehrbar ist.

Im Gebiet um Lausitz – Land Brandenburg befindet sich eines der größten aktiv betriebenen Braunkohleabbaureviere der Welt. Auch in der Schorfheide – Joachimsthal (Biosphärenreservat der Unesco) gibt es einen Braunkohleflöz tief unter der Erde, welcher jedoch nicht genutzt wird.

Solche Abbaugebiete sind immer mit einem immensen Eingriff in die Landschaft und somit auch in den vorhandenen Wasserhaushalt verbunden. Die Rohstoffgewinnung Braunkohle ist im Gebiet um die „black mesas“ jedoch besonders drastisch, da die dort gewonnene Kohle mit enormen Mengen von entnommenem Grundwasser vermischt wird, um diese über 400 km lange Pipelines zu den Kraftwerken der Großstädte zu transportieren. Über Jahrzehnte betrieben bedeutet

dies einen radikalen Rückgang des Grundwasserspiegels und somit das Versiegen zahlreicher Quellen, welche eine Lebensgrundlage für die dort lebeneden Kulturen darstellt.

Kohle als Rohstoff ermöglichte vor rund 200 Jahren den Aufschwung in die industrielle Revolution. Explosionsartig ist seit dieser Zeit die urbane Entwicklung fortgeschritten und die dadurch entstandenen Strukturen benötigen wie ein großer Verbrennungsmotor stetig neue Rohstoffe.

Wasser steht mit all diesen Vorgängen in Verbindung (vordergründig als Lösemittel, Kühlmittel, Transportmittel etc.) jedoch hauptsächlich die verbindende Grundsubstanz allen organischen Lebens.

Installationsbeschreibung Zentrum der Installation ist ein 3 m hoher zylindrischer Turm aus 9.999 Stück aufeinander gestapelter Braunkohlebriketts. Ein 3x3x3 m Stahlrahmenkubus, umspannt mit 6 km Perlonschnur bilden die Hülle des Turmes.

Der Kohleturm steht auf einem genau über dem Kohlekeller errichteten Betonfundament. Der Eingang in den begehbaren Kohlezylinder ist mit ripstop-nylon und PVC-Folie verkleidet. Kohlekeller und Kohleturm sind durch eine im Boden eingelassene und mit Wasser gefüllte Acrylglaswanne verbunden. Im Zentrum der Decke des Kohleturmes befindet sich ein Projektor und eine Tropfinstallation.

Der Projektor ist mit einer Motorenkamera auf der Plattform des Wasserturmes über ein 130 m langes Videokabel verbunden. Die Kamera filmt den Ausblick von der Plattform des Wasserturmes auf die Schorfheide durch ein mit Wasser gefülltes Acrylglasobjekt.

Dieses Bild wird durch das im Boden des Kohleturmes eingelassene Wasserbecken in den darunter liegenden Kohlekeller, welcher ebenfalls mit 30 cm Wasser gefüllt ist, projiziert.

Das von der Wasseroberfläche im Kohlekeller reflektierte Bild der umgebenden Landschaft ist durch das Eintropfen von Wasser in die darüber liegende Acrylglaswanne und deren optischer Verzerrung in eine Bewegung von Licht und Farbe aufgespalten.

Links: www.moz.de

Hannes Seebacher

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